Kultur der Nomaden
Naadam-Fest
Das Naadam Fest (mongolische Unabhängigkeitsfeier) findet jeweils jährlich vom 11. bis 13. Juli statt; Im ganzen Land gibt es Wettkämpfe in den Bereichen Reiten, Ringen und Bogenschiessen.
Die sehenswerte Eröffnungszeremonie am 11. Juli und die grössten dieser "Eriin Gurwan Naadam", der drei männlichen Spiele, finden in Ulan Bator statt. Mit Ausnahme des Ringkampfes nehmen aber auch Frauen daran teil.
Die Familien kommen zusammen und es gibt traditionelles Essen. Eine typische Begrüssungsgeste während des Naadam-Festes ist das Austauschen von steinernen Schnupftabak-Boxen.

Spiele
Sehr beliebt ist das Spiel "Schagai“: Es besteht aus Sprunggelenkknochen von Schafen. Bei der Spielvariante „Pferderennen“ beispielsweise reiht man eine gewisse Anzahl der Schafsknöchel in einer geraden Linie auf und positioniert je einen Knochen pro Mitspieler auf einer Seite am Beginn der Linie. Dieses Stück symbolisiert das „Pferd“ der Mitspieler. Nun würfelt man mit vier Knöcheln. So viele Knochen, wie auf die Seite „Pferd“ fallen, darf der Würfelnde mit seinem Spielknöchel vorrücken. Gewonnen hat, wessen „Pferd“ als Erstes am Ende der Knöchelreihe angelangt ist. Andere mögliche Positionen, wie die Knöchel fallen können, und die bei diesem Spiel aber nicht zählen sind „Kamel“, „Ziege“ und „Schaf“.

Musik
Typisch für die Mongolei ist
das Spiel mit der Pferdekopfgeige und der Obertongesang. Die Legende der
Pferdekopfgeige besagt, dass einmal ein Nomade eines seiner Pferde sehr
liebgewonnen hatte. Als es starb, fertigte er eine Geige, wobei er ein Stück
Knochen seines Lieblingspferdes am Wirbel einfügte und aus den Schweifhaaren
einen Bogen fertigte. Darauf spielte er dann tieftraurige Lieder, die auch
heute noch bei traditionellen Treffen gespielt werden.
In der Mongolei wird der Obertongesang in der Variante Kehlkopfgesang gesungen. Aus der Stimme werden einzelne Obertöne herausfiltert, so dass der Sänger gleichzeitig mehrere Stimmen erzeugen kann.
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=UJ3BX2tMj1Y
Essen und Trinken
Die mongolische Küche besteht hauptsächlich aus Milchprodukten, Fleisch, Hirse, Gerste und Weizen. Sehr beliebt sind die sogenannten Buuds: Teigtaschen mit einer Füllung aus Schaf- oder anderem Fleisch. Selbst hergestellt wird auch eine Art Käse oder Quark, der in der Jurte zum Trocknen aufgehängt wird. Getrunken wird oft salziger Milchtee, in den Fleisch getunkt werden kann. Zur Begrüssung von Gästen in der Jurte gibt es Airag - vergorene Stutenmilch.
Die mongolische Schrift
Allgemein
Die mongolische Sprache wird in der Mongolei heute in einem geringfügig erweiterten kyrillischen Alphabet (Buch-stabenschrift, die für zahlreiche, vor allem slawische Sprachen in Europa und Asien verwendet wird) geschrieben.
Ursprünglich von den Stämmen der Chalcha gesprochen, lautet die exakte Bezeichnung der Sprache des mongolischen Staates Chalcha-Mongolisch. Nimmt man die innermongolischen Dialekte des Zentralmongolischen wie Chahar oder Harchin hinzu, hat das Zentralmongolische etwa 6 Mio. Sprecher.
Historisches
Die Mongolische Schrift (auch bekannt als: alte Schrift, uigurische Schrift, klassisches Mongolisch) wurde offiziell 1204 von Dschingis Khan eingeführt. Davor waren die Mongolen schriftlos bzw. bedienten sich selten des Chinesischen. Ende des 13. Jhs. wurde die Schrift offiziell wieder abgeschafft zugunsten der Phags-Pa-Schrift (tibetisch).
Mit dem Ende der mongolischen Herrschaft über China 1386 wurde diese aber nicht mehr gebraucht. Daher führte man wieder die mongolische Schrift ein.
1930 wurde in der Volksrepublik Mongolei die Einführung des lateinischen Alphabets beschlossen – allerdings nur für kurze Zeit. Auf sowjetischen Druck wurde 1941 – nach einer kurzen Wiedereinführung der lateinischen Schrift – das russisch-kyrillische Alphabet eingeführt.
Seit 1984 wird die klassische Schrift in der Mongolei wieder an Schulen gelehrt. Sie wird häufig für Firmenschilder, Logos und ähnliche dekorative Zwecke verwendet, für alles andere weiterhin das kyrillische Alphabet.
Buuds-Rezept
Rezept für die mongolische Spezialität "Buuds" (pdf)




